Der Abwasserzweckverband Obere Schwabach

Geschichtliche Entwicklung

Am 17. September 1981 wurde mit einem Festakt die vollbiologische Kläranlage des oberen Schwabachtales offiziel in Betrieb genommen. Dieses Werk konnte im Laufe von knapp 13 Jahren errichtet werden. Am 16. November 1968 ist im Gasthaus Schiffer in Weißenohe die erste Mitgliederversammlung der Gemeindevertreter aus Gräfenberg, Weißenohe, Igensdorf und Lilling - für den Ortsteil Sollenberg - zsammengekommen, um das Problem einer gemeinsamen Abwasserbeseitigung zu besprechen und Beschlüsse über die Zusammenarbeit zu fassen.



Damals war "Umweltschutz" noch kein Schlagwort, das Abwasserabgabegesetz war noch nicht einmal in der Diskusion und doch hat jeder der damals beteiligten Männer innerlich gespürt, dass es im Interesse der Lebensqualitäten und vor allem im Interesse der zukünftigen Generationen nicht möglich ist, wenn jeder sein Abwasser ungeklärt den Berg hinunterlaufen lässt. Der Grundstein und Idee des gemeinsamen Handelns waren also 1968 gelegt und es konnte zur Tat geschritten werden. Verschiedene Pläne wurden entworfen, verworfen, geändert und durchdiskutiert. Insbesondere hatte man damals mit zwei großen Problemen zu kämpfen, nämlich mit der dünnen Besiedelung, bezogen auf den großen Raum der vom Abwasser entsorgt werden sollte und der damit verbundenen relativ hohen Finanzierungskosten. Am 6. Februar 1969 wurde in Gräfenberg der damalige Gräfenberger Bürgermeister, Herr Karl Kaul, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ihm ist es zu verdanken, dass die Ingenieurverträge schon am 15. Juni 1970 unterzeichnet werden konnten. Die zweite Hälfte des Jahres 1970 und das Jahr 1971 vergingen mit der Suche nach einem geeigneten Standort für die Anlage. Dass der Standort möglichst weit am Flussunterlauf gelegen sein muss, um teure Hebewerke zu vermeiden, ist jedermann klar. Aber das Problem war damit noch nicht gelöst, insbesondere deswegen, weil Stöckach und Rüsselbach in den Zweckverband eingetreten sind und damit eine Erweiterung des Verbandsgebietes erfolgt ist. Weitere Verzögerungen traten ein, weil die für das Jahr 1972 in Aussicht gestellten Staatszuwendungen in die Haushalte 1974 und 1975 verlegt wurden. In der 13. Verbandsversammlung am 27. Mai 1974 wurde der erste Auftrag für Tiefbaumaßnahmen erteilt. Der Bau des Verbandssammlers durch Mitteldorf war das erste konkret Sichtbare am gesamten Werk.

Nach dem Ableben des 1. Zweckverbandsvorsitzenden, Herrn Bürgermeister Kaul aus Gräfenberg, wurde Herr Bürgermeister Erwin Zeiß zu seinem Nachfolger bestellt. Am 23. März 1977 wurde, nachdem zunächst über die Aufnahme der Orte Forth und Frohnhof verhandelt wurde, schließlich der Markt Eckental Mitglied des Zweckverbandes.

Entwicklung des Verbandsgebietes

Der in der Studie vorgeschlagene Kläranlagenstandort im Bereich der Eichenmühle schob sich talabwärts, nachdem der Anschluss von Stöckach, aber auch die Anschlussmöglichkeit der vier Ortsteile am Rüsselbach und das Gebiet um den Lindelbach in die Planung einbezogen wurden. Das laufende Flurbereinigungsverfahren Pettensiedel/Frohnhof in der Gemeinde Igensdorf, nicht zuletzt aber die Überlegungen, dass die alte Kläranlage in Forth weder von der Abbauleistung noch vom Standort her den notwendigen Anforderungen einer umweltgerechten Abwasserbeseitigung entsprach, brachte eine erneute Standortverschiebung bis zum nunmehr ausgebauten Platz unterhalb Frohnhof an der Staatsstraße 2740. Das Verbandsgebiet hatte sich dabei wesentlich erweitert. Es kam aber nun der wasserwirtschaftliche Vorteil zum Tragen, dass an der Bezirksgrenze zwischen Oberfranken und Mittelfranken die Kläranlage für das obere Schwabachtal bis zur Einmündung in die Regnitz in Erlangen keine Abwasserreinigungsanlage mehr gebaut werden musste.
Die mittel- und oberfränkischen Gemeinden an der Schwabach unterhalb des Kläranlagenstandortes geben nämlich ihr Abwasser über einen gesonderten Verbandssammler in die Kläranlage der Stadt Erlangen ab.

Die Verbandsanlagen

Heute sind Mitglieder des Verbandes: der Markt Eckental, die Stadt Gräfenberg, der Markt Igensdorf, der Markt Neunkirchen a. Brand und die Gemeinde Weißenohe.

Unter Wahrung der gemeindlichen Verantwortung für den Ausbau der Ortskanalisationen gelten als Verbandsanlagen die Kläranlage, die Schmutzwassersammler bis zu den verstreut liegenden Ortsteilen und die Übergabebauwerke, das sind in der Regel die Regenüberlaufbauwerke.
Regenüberlaufbauwerke sind Puffer und Drosselbauwerke, die eine Trennung des Abwassers vom überschüssigen Regenwasser vornehmen. Die langen Sammelkanäle dienen dem Transport des Abwassers zur Kläranlage. Sie verlaufen in den überwiegenden Fällen in freier Vorflut, teilweise sind jedoch Pumpwerke erforderlich (z.B. Sammler Forth).

Das weit verzweigte Netz der Sammelkanäle und Ortsanschlüsse ist aus dem Lageplan ersichtlich. Zentraler Endpunkt der Verbandsanlagen ist die Kläranlage.


das Einzugsgebiet der Kläranlage Obere Schwabach

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